September 2021

Salz – wie sieht es der Chemiker oder die Chemikerin?

Das Salz, richtiger das „Kochsalz“, das bei uns im Museum vorgestellt wird, ist nur ein Salz unter vielen.
Zur Unterscheidung von anderen Salzen benennt es der Chemiker nach seinen beiden Bestandteilen „Natriumchlorid“ oder kurz „NaCl“.
Chlor ist ein gelbgrünes giftiges Gas, das zum Beispiel zur Desinfektion benutzt wird. Sein Geruch ist aus Schwimmbädern bekannt.
Natrium ist ein ebenso gefährliches Gift. Es ist ein Metall, das bei Berührung mit Luft oder Wasser heftig reagiert.

Giftige Stoffe im Essen?
Nein, denn als chemische Verbindung verlieren Natrium und Chlor ihre Gefährlichkeit. Natriumchlorid zeigt ganz andere Eigenschaften als seine Bestandteile. Es besteht wie alle Salze aus elektrisch geladenen Teilchen – den Ionen. Das Natrium liefert dem Chlor negativ geladene Teilchen und wird dadurch zum positiv geladenen Natrium-Ion. Das Chlor nimmt die negative Ladung auf und wird zum negativ geladenen Chlorid-Ion. Beide sind vergleichsweise harmlose Teilchen.
Die entgegengesetzt geladenen Ionen ziehen sich gegenseitig an. Dabei wirken ihre Anziehungskräfte nicht nur in eine bestimmte, sondern in alle Richtungen. Es entsteht ein regelmäßig aufgebautes Ionengitter, in dem jedes Natrium-Ion von sechs Chlorid-Ionen und jedes Chlorid-Ion von sechs Natrium-Ionen würfelförmig umgeben ist.
Da alle Ionen immer auf die gleiche Weise angelagert werden, zeigt sich die würfelförmige Anordnung der Natrium- und Chlorid-Ionen auch in der äußeren Form der Kochsalzkristalle:
Die Kristalle sind Würfel. Häufig wachsen sie treppenförmig zu hohlen Pyramiden an.


 

 

August 2021

Ihr seid das Salz der Erde

Salz hat in der christlichen Tradition eine große Bedeutung. Schon in dem Buch Genesis wird von einer Salzsäule berichtet: Als über Sodom, der lasterhaften Stadt, das himmlische Strafgericht herniederging, kamen Lot, seine Töchter und seine Frau als einzige mit dem Schrecken davon. Von einer göttlichen Stimme ermahnt, sich ja nicht umzuschauen, machten sie sich auf den Weg. Lots Frau jedoch, von Neugier gepeinigt, wandte den Kopf, sah noch für einen Bruchteil einer Sekunde auf die brennende Stadt und erstarrte zur Salzsäule. „Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.“ (1. Moses 19,26)
Wenn hier die Salzsäule als Ausdruck des Zornes und der Gerechtigkeit Gottes Erwähnung findet, wird das Salz im weiteren Alten Testament auch zum Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen, des Salzbundes. Salz gilt als Gottesgabe und wird als heilig verehrt. Es erhält Leben, schützt vor Fäulnis und Verwesung und wird damit zum Sinnbild der Ewigkeit und Beständigkeit.
Im Neuen Testament vergleicht Jesus seine Jünger mit dem Salz, das zum Lichtsymbol wird: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man salzen? Es taugt zu nichts weiter, als dass es ausgeschüttet und zertreten wird von den Menschen. Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matth. 5.13)

 

 

Juli 2021

Mit Salz bezahlen

Salz war und ist nicht nur ein wichtiges Lebensmittel- und Konservierungsmittel, sondern auch ein geldwertes Zahlungsmittel.
1844 berichtete der deutsche Afrikaforscher Gustav Nachtigall aus Abessinien, dem heutigen Äthiopien, von einem Verkauf von zwei Sklaven für zwanzig Salzstücke.
Das Deutsche Salzmuseum besitzt mehrere dieser mittlerweile seltenen Salzstücke, die außer in Äthiopien auch in anderen zentralafrikanischen Gebieten bekannt sind. In Äthiopien werden diese Salzstücke „Amole“ genannt, sie dienen auch heute noch als Tauschmittel auf den lokalen Märkten.
Beachtlich ist ein Stück, welches das Museum von einem Hamburger Händler erwerben konnte. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde eine Schweizer Diplomatenfamilie nach Addis Abbeba versetzt. Um sich den Landessitten anzupassen und auf den dortigen Märkten einkaufen zu können, versorgten sich die Diplomaten mit Amole-Salzstücken. Wohin nun mit dem „Geld“? In London wurde ein spezielles Lederköfferchen für sie angefertigt, um fortan als „Portemonnaie“ für das Salzgeld zu dienen.
Das Geld wiegt schwer. Ein Amole-Salzbarren wiegt um die 900 Gramm und misst etwa 30 x 5 x 3 Zentimeter.

 

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